Das Web 2.0 verändert die Medienwelt. Die Trends kommen aus den USA, doch weltweit müssen Medienmacher sich darauf einstellen. turi2-Redakteur Peter Schwierz hat deshalb die wichtigsten 20 US-Sites analysiert.
Die wichtigste Entwicklung für Verleger und Medienmacher:
Social Networks, die das Medienverhalten jüngerer Menschen revolutioniert haben. Allein zehn der 20 wichtigsten US-Web-2.0-Sites sind laut Schwierz Seiten mit starkem Community-Charakter. Zweitwichtigster Trend ist das Bewegtbild: vier der Top 20 US-Sites haben mit Video zu tun - allen voran YouTube. Die dritte große Entwicklung, auf die Medienmacher sich einstellen müssen, heißt Individualisierung: Seiten wie Flickr, Twitter und Blogger.com sorgen dafür, dass jedermann publizieren kann, Angebote wie Netvibes ersetzen klassische Portale durch individuell konfigurierte News-Startseiten. Die Rolle klassischer Websites könnte sich deshalb auf ein Widget, also ein kleines Fenster in der individuellen Startseite, reduzieren. Die Top 20 im Überblick:
1. Facebook.com - Social Network
2. YouTube.com - Video-Plattform
3. MySpace.com - Social Network
4. Linkedin.com - Business-Network
5. Flickr.com - Foto-Community
6. Digg.com - Social Bookmarking/News-Community
7. Del.icio.us - Social Bookmarking
8. Craigslist.org - Kleinanzeigen-Seite
9. Netvibes.com - Personalisierbare Startseite
10. Twitter.com - Micro-Blogging
11. Topix.com - News-Community
12. Photobucket.com - Foto- und Video-Hoster
13. imdb.com - Film-Datenbank
14. Blogger.com - Blog-Anbieter
15. Friendster.com - Social Network
16. Huffingtonpost.com - Blog-Netzwerk/Online-Magazin
17. Etsy.com - Social Commerce
18. Woot.com - Live-Shopping
19. aSmallWorld.net - Social Network
20. Feedburner.com - News-Feed-Manager
1. Facebook.com: Jung, dynamisch, sexy - das ist Facebook. Das Social Network hat weltweit enormen Zulauf. Gründer Mark Zuckerberg ist nicht nur der jüngste Milliardär aller Zeiten, im Web 2.0 wird er gefeiert wie ein Erlöser. Facebook hat sich früh für externe Entwickler geöffnet - und profitiert von der dadurch entstandenen Dynamik. Etablierte Medien müssen sich darauf einstellen, bei Social Networks wie Facebook nur noch ein Widget zu sein.
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2. YouTube.com: Das größte Videoportal der Welt ist für viele Jugendliche wichtiger als Fernsehen. Auch wenn YouTube überall viele kleine Klone hat - für Google soll die Seite zur Goldgrube werden. Noch sind Bewegtbilder im Web recht schwer zu vermarkten. Klappt der Durchbruch, sprudelt vielleicht die Gewinne.
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3. MySpace.com: Mit über 200 Millionen Nutzern ist das Netzwerk noch immer der weltweit populärste Tummelplatz 2.0. Aber: MySpace ist längst nicht mehr hip und trendy, sondern fast schon altbacken. Die Öffnung für fremde Entwickler kam viel zu spät. Ob der geplante Musikshop das Ruder rumreißen kann, ist fraglich.
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4. Linkedin.com: Der Branchen-Primus der Business-Netzwerke wächst zwar weltweit – nur in Deutschland geht es nicht voran. 2003 von Reid Hoffman gegründet, kommt Linkedin bei uns an Xing-King Lars Hinrichs einfach nicht vorbei. Vielleicht klappt's ja mit externen Entwicklern.
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5. Flickr.com: Die weltgrößte Foto-Community gilt als Vorreiter bei der Benutzung von Tags. Yahoo hat im richtigen Moment zugegriffen und sich Flickr als Prestigeobjekt einverleibt. Allerdings wurden durch den Zukauf unzählige Flickr-Mitglieder über Nacht eben auch zu Yahoo-Nutzern. Nicht ungeschickt.
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6. Digg.com: Social News? Digg hat des Thema groß gemacht. Mit dem US-Pionier können registrierte Nutzer Nachrichten und Links veröffentlichen, bewerten und mit Freunden teilen. Digg ist derzeit die heißeste Sahneschnitte 2.0: Rupert Murdoch, Google und Microsoft wird nachgesagt den Web-Dienst für bis zu 200 Mio Dollar übernehmen zu wollen. Der nächste Big Deal 2.0 ist nur eine Frage der Zeit.
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7. Del.icio.us: Der Pionier hat den großen Hype ums Social Bookmarking erst losgetreten. Web-Riese Yahoo hat auch hier zugeschlagen: Für geschätzte 30 bis 35 Mio Dollar bereichert Del.icio.us seit Ende 2005 die 2.0-Kompetenz von Yahoo.
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8. Craigslist.org: Spartanisch und simpel kommt die Mutter aller Kleinanzeigen-Seiten daher. Die Plattform hat alle Internet-Krisen überlebt und raubt der US-Presse die Kleinanzeigen-Kunden. Der Erfolg von Craig Alexander Newmark lässt die Konkurrenten vor Neid erblassen: Wie man im hippen Web 2.0 mit einem Design aus dem vorigen Jahrtausend Geld verdienen kann - unklar.
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9. Netvibes.com: Mit diesem klasse Tool können sich Nutzer ihre eigene personalisierte Startseite zusammenstellen. Gründer Tariq Krim ist eigentlich Franzose, dennoch ist sein Start-up in San Francisco zuhause. Hunderte Medienpartner machen das Netvibes Universe schon länger zu einem heißen Übernahmekandidaten im Web 2.0.
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10. Twitter.com: Den Tagesablauf im Telegrammstil ins Netz zu scheuchen, gilt in den USA als "das nächste große Ding" im Web. Jedermann teilt jedermann permanent mit, was er gerade tut. Die maximal 140 Zeichen langen Mini-Botschaften landen auf der Twitter-Homesite oder auf der eigenen Website. Auch Branchengerüchte machen so neuerdings fix die Runde. Manchen allerdings nervt das einfach nur.
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11. Topix.com: Die Lokalzeitung als News-Community im Web? Bei Topix ist das längst Realität. Topix vereint die automatische Nachrichtensuche, Artikel der Nutzer und Bewertungen á la Digg. Und bevor die Konkurrenz zu groß wird, haben ein paar US-Zeitungskonzerne die Plattform einfach aufgekauft. Ein Vorbild für deutsche Verleger? Mit Sicherheit!
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12. Photobucket.com: Der US-Dienst bereichert das Web 2.0 als wichtigster Foto-Hoster mit digitalen Bildern und Videos. Vor allem Nutzer von MySpace und Ebay bezahlen den Online-Speicherplatz, um ihre Seiten in den Social Networks zu befeuern. Grund genug für Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp das Portal neben MySpace gleich mit zu kaufen.
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13. imdb.com: Die größte Film-Datenbank der Welt sieht zwar nicht zwonullig aus, hat aber alle nötigen Features für die Nutzung 2.0 und darf hier nicht fehlen. Schließlich blickt imdb.com auf eine fast 20-jährige Geschichte zurück - im Webgeschäft ein Jahrtausend.
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14. Blogger.com: Der Pionier und weltgrößte Blog-Dienstleister gehört, welch Überraschung, auch längst zu einem Big-Player. Google hat sich die Plattform mit der Top-Technik 2003 gesichert. Die deutsche Community von Blogger.com ist allerdings nur schwach vernetzt. Im Blog-Geschäft ist die Konkurrenz eben groß.
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15. Friendster.com: Es war das erste populäre Social Network der USA. Doch dem 2002 hoffnungsvoll gestarteten Community-Vorreiter hat MySpace schnell den Rang abgelaufen. Ein Verkauf an Google wurde voreilig abgelehnt, mit der Entwicklung kam man trotz reichlich Kapital nicht hinterher. Gründer Jonathan Abrams ist längst entmachtet.
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16. Huffingtonpost.com: Das Blog-Netzwerk ist binnen drei Jahren zur professionellen Online-Zeitung mutiert. Die Huffpost gräbt den etablierten Medienhäusern die Werbekunden ab und zeigt: Blogging mit Business-Modell funktioniert. Für ihre Kombination von Bloggen und Journalismus wird Arianne Huffington schon lange nicht mehr belächelt - sondern von Verleger mit Argusaugen beobachtet.
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17. Etsy.com: Der Flohmarkt 2.0 für handgemachte Produkte abseits des Mainstreams gilt als US-Pionier in Sachen Social Commerce. Selbst das Verlagshaus Burda, das auch mit dem deutschen Etsy-Klon DaWanda kooperiert, ist mit reichlich Kapital an Etsy beteiligt. Manche feiern Etsy bereits als legitimen Nachfolger von Ebay.
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18. Woot.com: Ein Produkt pro Tag - so einfach ist das Erfolgsrezept der beliebten Live-Shopping-Seite aus dem beschaulichen Dallas. Rund 40 Mio US-Dollar Umsatz macht der Elektronik-Großhändler Matt Rutledge im Jahr mit Woot. Grund genug, die Idee weltweit hundertfach zu kopieren.
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19. aSmallWorld.net: Die Online-Community für den internationalen Jet-Set setzt auf Exklusivität – rein kommt nur, wer eingeladen wird. Die rund 150.000 kaufkräftigen Nutzer sind bei Werbekunden heiß begehrt. Die Exklusivität der kleinen Welt zu halten, ist allerdings nicht einfach.
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20. Feedburner.com: Der News-Feed-Manager bietet zusätzlich zur einfachen RSS-Verwaltung umfangreiche Statistiken zu den ausgelieferten RSS-Feeds. Auch dieses kleine Technik-Genie hat Web-Gigant Google frühzeitig geschluckt - für 100 Mio US-Dollar.
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